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VERKEHRSMANAGEMENT

Willkommen in Frankfurt am Main

Die Ziele des Gesamtverkehrsmanagements in Frankfurt am Main sind dem Grundprinzip einer umweltverträglichen und stadtgerechten Verkehrsabwicklung bei der Sicherung der Mobilitätsanforderungen verpflichtet. Ein besonderes Gewicht haben die verkehrlichen Ziele zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs und zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs auf ein wirtschaftlich notwendiges Maß. Durch die zunehmende Motorisierung und das damit verbundene weitere Verkehrswachstum kommt es zu immer größeren Verkehrsproblemen, deren negative Wirkungen nicht nur den motorisierten Individualverkehr (MIV), sondern immer stärker auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betreffen. Im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main ist auch zukünftig mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung zu rechnen.

Unser Ziel:

Möglichst reibungslose Verkehrsabwicklung

Wir sind die steuernde und informierende Ebene im Verkehr und stellen uns täglich dieser Herausforderung. Wenn Frankfurts Bürger, Pendler, Touristen und Gäste auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Nachhauseweg oder wenn sie zu Freizeitaktivitäten unterwegs sind, dann arbeiten wir auf Hochtouren. Ziel ist eine möglichst reibungslose Verkehrsabwicklung, bei der Störungen vermieden – oder wenn sie doch auftreten – durch eine gezielte Einflussnahme systematisch abgebaut werden. 

Das mainziel-Team:

Planung, Technik und Operating

Wir sind dafür in den verschiedensten Aufgabenfeldern tätig. Vom Planer, der die Strategien entwickelt, über den Techniker, der die Systeme betreut, bis hin zum Operator, der für den Betrieb der Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale zuständig ist, arbeitet jeder an der Umsetzung dieses Ziels und ist dabei Experte auf seinem Gebiet. Gemeinsam sind wir dann mainziel Frankfurt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer eigentlich die Verkehrsinformationen auf die Infotafeln bringt? Wer bei Veranstaltungen in der Arena das Verkehrsleitsystem schaltet? Oder wer sofort für einen sicheren Verkehrszustand sorgt, wenn eine Ampel ausfällt? Das alles macht ein hochqualifiziertes Team aus Verkehrsmanagementexperten. Diese agieren in der Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale (IGLZ), denn hier laufen alle Verkehrsfäden der Stadt Frankfurt am Main zusammen! Die IGLZ ist nicht nur eine der ersten Verkehrsleitzentralen Europas, sondern nach dem Umbau 2011 auch eine Zentrale der neuesten Generation.

Um diese Entwicklung und die damit verbundenen Aufgaben bewältigen zu können, wird seit ihren Anfängen die Verkehrsleitzentrale Frankfurt/M. kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. 2005 wurde sie zur Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale (IGLZ) ausgebaut, um die Möglichkeit für ein zukunftssicheres und leistungsfähiges Gesamtverkehrsmanagementsystems zu ermöglichen. Die Hauptaufgabe der IGLZ besteht in der Durchführung eines effektiven Verkehrsmanagements für die Stadt Frankfurt am Main. Hierzu werden alle verkehrsrelevanten Daten gesammelt und für Betriebs-, Steuerungs und Informationsmaßnahmen umgesetzt.

Die technische Ausstattung der IGLZ ist außerordentlich: Mehr als 80 Verkehrsbeobachtungskameras und 1.200 Detektoren werden ausgewertet und liefern das Gesamtbild zur aktuellen Verkehrslage auf Frankfurts Straßen. Mit rund 6.000 Signalprogrammen steht den Operatoren das notwendige Equipment zur Verfügung, um mehr als 850 Ampeln zu schalten. Über 500 mögliche Schilderinhalte an den Park- und Verkehrsleitsystemen steuern den Verkehr in der Innenstadt, an der Messe und an der Arena. 18 Informationstafeln an strategisch wichtigen Punkten im Stadtgebiet können zudem versorgt werden und liefern damit die Möglichkeit, mit freier Textwahl wichtige Informationen an den Verkehrsteilnehmer zu übermitteln. Zahlreiche interne und externe Partner (wie Hessen Mobil, die Polizei, der deutsche Wetterdienst [DWD] oder der Veranstaltungsservice) liefern Informationen über Unfälle, Baustellen und verkehrsrelevante Ereignisse, die ausgewertet und verarbeitet werden. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) liefert über eine Datenschnittstelle wertvolle Informationen zum öffentlichen Verkehr. Viele der dadurch ausgeführten Maßnahmen und konkreten Schaltungen sind das Ergebnis strategischer Konzepte für den Gesamtverkehr in Frankfurt am Main. Einen Überblick über die Verkehrssituation erhält der Operator mit einem Blick auf die große digitale Monitorwand, auf der er sich nach Bedarf eine Übersichtskarte anzeigen lassen kann.

Das Zusammenspiel von Verkehrslage, Verkehrsmeldungen und externen Informationen machen die Verkehrsleitzentrale Frankfurt am Main zur Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale!

Die IGLZ arbeitet nach einem integrativen Ansatz und führt alle verkehrstechnischen Subsysteme auf der Verkehrsmanagementebene zusammen. In der Leitzentrale sind seit ihrem Umzug im Jahr 2011 über die Bedienoberflächen alle Verkehrssteuerungssysteme wie z.B.:

  • die verschiedenen Verkehrsrechner zur Steuerung der Lichtsignalanlagen
  • Verkehrsmanagement-Stystem
  • Tunnelüberwachungssystem Tunnel Europagarten
  • Tunnelüberwachungssystem Theatertunnel
  • das Parkleitsystem 
  • die dynamischen Verkehrsinfotafeln 
  • das Messeleitsystem
  • das Integrierte Verkehrsleitsystem Frankfurt West 
  • das Verkehrsbeeinflussungssystem Commerzbank-Arena
  • sowie eine große Auswahl von Verkehrsbeobachtungskameras

integriert.

Gleichzeitig fließen verschiedenste Informationen aus unterschiedlichen Quellen in der IGLZ zusammen. Diese Informationen gelangen über diverse Schnittstellen z.T. direkt in die zentrale Datenbank des Verkehrsmanagementsystems und ermöglichen eine bessere und umfassendere Einschätzung der jeweiligen Verkehrssituation.

Externe und interne Informationsquellen sind in folgender Liste aufgeführt:

  • Verkehrskameras im Stadtgebiet (wichtige Kreuzungen);
  • Kamerastandbilder von HessenMobil (Autobahnen/Bundesstraßen);
  • Daten der Verkehrsrechner mit Informationen über Status und Betriebszustand von angeschlossenen Lichtsignalanlagen (LSA) mit Detektordaten (Zähldaten) und aktuell geschalteten Programmen;
  • Verkehrsmeldungen von HessenMobil (Verkehrszentrale Hessen) und von der hessischen Landesmeldestelle der Polizei;
  • Verkehrsmeldungen des Öffentlichen Personsonnahverkehr   der Verkehrsgesellschaft Frankfurt VGF);
  • Verkehrslagedaten vom Navigationsdienstleister TomTom
  • Informationen über Verkehrsrechtliche Anordnung von Baustellen (VRAO) des Straßenverkehrsamtes
  • Informationen über Veranstaltungen (diverse Veranstalter und Ordnungsamt)
  • Demonstrationsanmeldungen (Ordnungsamt);
  • Wetterdaten von mehreren Messstellen im Stadtgebiet inkl. Straßenwettervorhersage und Unwetterwarnmeldungen (DWD);
  • Umweltdaten vom Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)
  • Belegungszahlen der Parkhäuser, die an das Parkleitsystem (PLS) angeschlossen sind.

Die genannten Informationen sind z.T. so in die IGLZ eingebunden, dass diese direkt auf der Bedienoberfläche des Verkehrsmanagementprogrammes (interaktive Karte und Steuerungssoftware) angezeigt werden. Alle erfassten Daten, die direkt in das zentrale Verkehrsmanagementprogramm einfließen, können für eine spätere Auswertung von einer zentralen Datenbank aufgerufen werden. Diese Daten sind z.B. LSA- und Detektordaten, Verkehrsmeldungen von HessenMobil und Polizei, Verkehrslagedaten, Baustelleninformationen, Wetterdaten, Umweltdaten und Belegungszahlen der Parkhäuser. Ein Teil der Informationen gelangt über ein zentrales E-Mail-Postfach in die IGLZ und wird ebenfalls weiterverarbeitet.

Die gesammelten Daten müssen bewertet, analysiertund aufbereitet werden, um so über eine Informationsweitergabe zu entscheiden.  Über verschiedene Schnittstellen werden die Verkehrsinformationen z.B. auf der Webseite mainziel.de, dem städtischen Twitterkanal, dem MobiltätsDatenMarkplatz und den dynamischen Infotafeln bereitgestellt bzw. veröffentlicht. Hierzu zählt auch die Abschätzung der Auswirkung auf den Verkehrsablauf in und um das Stadtgebiet. Diese Auswirkungen sind abhängig von dem Zeitpunkt/Dauer, der Örtlichkeit/Lage, der Größe (Teilsperrung, Vollsperrung) und den Wechselwirkungen mit anderen und eventuell schon vorhandenen Gegebenheiten.

Baustellen bringen allerlei Unannehmlichkeiten mit sich. Gesperrte Fahrstreifen, aufgerissene Gehwege und andere Ärgernisse gehören zu den unvermeidlichen Wachstumsschmerzen der Stadt. Baustellen nehmen Einfluss auf den Verkehr und diese Auswirkungen, insbesondere die Staus zu reduzieren, frühzeitig darüber zu informieren und Alternativen für den Verkehrsteilnehmer aufzuteilen, ist ein weiterer Baustein der Abteilung Verkehrsmanagement, die Verkehrliche Baustellen-koordinierung.

ln Frankfurt am Main werden sämtliche geplanten Baustellen, Sondernutzungen, Veranstaltungen und Wartungsarbeiten im öffentlichen Raum in einem digitalen ämterübergreifenden kartengestützten Programm erfasst.

Diese Informationen stehen digital dem Team der Baustellenkoordinierung zur Verfügung. Jeder Vorgang hat einen räumlichen und zeitlichen Bezug. Über diese Software können durch Kartenansichten räumliche oder zeitliche Konflikte frühzeitig identifiziert werden. Es erfolgt im Vorfeld eine Bewertung der Auswirkungen auf den Verkehr, dadurch werden Zeitfenster für die Durchführung von Baumaßnahmen so gewählt, dass Beeinträchtigungen des Verkehrs reduziert werden.

Dadurch kann eine Koordinierung von Baustellen im öffentlichen Verkehrsraum erreicht werden. Bereits heute durchlaufen über 7.000 Vorgänge im Jahr diesen Ablauf. Ein regelmäßiger Austausch mit mehr als zwölf Institutionen (Amt für Straßenbau und Erschließung, Stadtentwässerung Frankfurt, Verkehrsgesellschaft Frankfurt, Netzdienste Rhein-Main, etc.) findet bereits heute über das Baustellenmanagementprogramm statt. Hinzu kommt zunehmend ein frühzeitiger Informationsaustausch mit externen Vorhabenträgern für Großbaumaßnahmen (Deutsche Bahn, Hessen Mobil, etc.) und für Hochbaumaßnahmen. Die verkehrliche Baustellenkoordinierung bringt verschiedene Projekte und ihre jeweiligen Projektbeteiligten an einen Tisch. Sie ersetzt die jeweils projektbezogenen Projektleitungen der einzelnen Bauvorhaben nicht. Hier liegt die Schnittstelle zu den einzelnen Projekten.

Weniger Lärm für die Bürger und Bürgerinnen, nur eine anzuordnende Umleitung für die Verwaltung und geringere Baukosten – die Vorteile liegen auf der Hand. „Das verkehrliche Baustellenmanagement zeigt, dass sich die Zukunft nur vernetzt gestalten lässt.

Die Abteilung Verkehrsmanagement des Straßenverkehrsamtes Frankfurt am Main ist ein seit vielen Jahren erfahrenes Team in den Bereichen Verkehrs- Baustellen- und Veranstaltungsmanagement. Das Leistungsportfolio reicht von der verkehrlichen Vorbereitung und Abwicklung diverser kleinerer Veranstaltungen bis hin zu 200 Großveranstaltungen im Jahr, wie dem jährlich stattfindenden Triathlon IRONMAN oder einmaligen Events wie Tag der Deutschen Einheit 2015, dem Europäischen Kirchtag 2021 oder Fußballeuropameisterschaft 2024 Das Ziel ist immer identisch: eine störungsfreie Verkehrsabwicklung des An- und Abreiseverkehrs mit gut informierten und zufriedenen Besuchergruppen.

Um diesem Anspruch bei jeder Veranstaltung gerecht zu werden, sind im Vorfeld weitreichende Planungs- und Abstimmungsprozesse notwendig. Als Planungsgrundlagen dienen Informationen des Veranstalters oder Betreibers wie zu Zeitpunkt, Dauer, Ort und Art der Veranstaltung, zu Zutrittsmodalitäten, Sicherheitsaspekten und zu erwartenden Besucherzahlen. Darauf aufbauend wird ein umfangreiches Verkehrskonzept mit detailliertem An- und Abreisekonzept erarbeitet, welches die zu ergreifenden Maßnahmen, die zu veranlassenden Anordnungen und Genehmigungen, wie auch die konkreten Handlungsabläufe beinhaltet. 

Die Abstimmungen mit dem Veranstalter und den anderen beteiligten Akteuren (wie z.B. der Polizei oder dem Sicherheitsdienst, Verkehrsbetrieben) finden je nach Größe der Veranstaltung im Vorfeld, begleitend und nachbereitend statt. Bei wiederkehrenden Veranstaltungen haben sich bereits in den vorausgehenden Veranstaltungen Maßnahmen und Handlungsabläufe bestätigt und konnten in Handlungsempfehlungen, Leitfäden und Handbücher überführt werden. Diese erfahren in jedem Jahr eine ausführliche Überprüfung und werden dann entsprechend verifiziert und qualitätsgesichert.  

Neben einer fundierten Vorbereitung spielen aber auch die Erfahrungswerte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Denn bei sicherheitsrelevanten und situationsabhängigen Fragestellungen muss sich der Verantwortliche unter Umständen innerhalb kürzester Zeit für die geeigneten Maßnahmen entscheiden. Die verkehrliche Abwicklung erfordert dann wiederum eine gut funktionierende Ablauforganisation. Ist beispielsweise eine neue Maßnahme mit den Beteiligten abgestimmt werden die entsprechenden Schritte eingeleitet. Dass dabei auf bewährte Kooperationen und Partnerschaften zurückgegriffen werden kann ist eine notwendige Voraussetzung. 

Insgesamt 200 Großveranstaltungen begleitet das Verkehrsmanagement jährlich. Neben den Veranstaltungen in der Arena sind die Messe Frankfurt und die Innenstadt die großen Anziehungspunkte. Ob beispielsweise zur Buchmesse  oder zur J.P. Morgan Corporate Challenge, eine der größten Laufveranstaltung der Welt: Immer dann, wenn viele Menschen zeitgleich an einen Ort wollen, ergeben sich besondere Aufgaben. Zu den übergeordneten, strategisch ausgerichteten Verkehrsmaßnahmen gesellen sich dann Absperrpläne, Verkehrswegeempfehlungen und Bewohnerinformationen.