Verkehrsmanagement Frankfurt am Main

Die Ziele des Gesamtverkehrsmanagements in Frankfurt am Main sind dem Grundprinzip einer umweltverträglichen und stadtgerechten Verkehrsabwicklung bei der Sicherung der Mobilitätsanforderungen verpflichtet. Ein besonderes Gewicht haben die verkehrlichen Ziele zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs und zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs auf ein wirtschaftlich notwendiges Maß. Durch die zunehmende Motorisierung und das damit verbundene weitere Verkehrswachstum kommt es zu immer größeren Verkehrsproblemen, deren negative Wirkungen nicht nur den motorisierten Individualverkehr (MIV), sondern immer stärker auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betreffen. Im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main ist auch zukünftig mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung zu rechnen.

Integrierte Gesamtverkehrsleitzentrale

Integrierte Gesamtverkehrsleitzentrale

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer eigentlich die Verkehrsinformationen auf die Infotafeln bringt? Wer bei Veranstaltungen in der Arena das Verkehrsleitsystem schaltet? Oder wer sofort für einen sicheren Verkehrszustand sorgt, wenn eine Ampel ausfällt? Das alles macht ein hochqualifiziertes Team aus Verkehrsmanagementexperten. Diese agieren in der Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale (IGLZ), denn hier laufen alle Verkehrsfäden der Stadt Frankfurt am Main zusammen! Die IGLZ ist nicht nur eine der ersten Verkehrsleitzentralen Europas, sondern nach dem Umbau 2011 auch eine Zentrale der neuesten Generation.

Um diese Entwicklung und die damit verbundenen Aufgaben bewältigen zu können, wird seit ihren Anfängen die Verkehrsleitzentrale Frankfurt/M. kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. 2005 wurde sie zur Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale (IGLZ) ausgebaut, um die Möglichkeit für ein zukunftssicheres und leistungsfähiges Gesamtverkehrsmanagementsystems zu ermöglichen. Die Hauptaufgabe der IGLZ besteht in der Durchführung eines effektiven Verkehrsmanagements für die Stadt Frankfurt am Main. Hierzu werden alle verkehrsrelevanten Daten gesammelt und für Betriebs-, Steuerungs und Informationsmaßnahmen umgesetzt.

Die technische Ausstattung der IGLZ ist außerordentlich: Mehr als 80 Verkehrsbeobachtungskameras und 1.200 Detektoren werden ausgewertet und liefern das Gesamtbild zur aktuellen Verkehrslage auf Frankfurts Straßen. Mit rund 6.000 Signalprogrammen steht den Operatoren das notwendige Equipment zur Verfügung, um mehr als 850 Ampeln zu schalten. Über 500 mögliche Schilderinhalte an den Park- und Verkehrsleitsystemen steuern den Verkehr in der Innenstadt, an der Messe und an der Arena. 18 Informationstafeln an strategisch wichtigen Punkten im Stadtgebiet können zudem versorgt werden und liefern damit die Möglichkeit, mit freier Textwahl wichtige Informationen an den Verkehrsteilnehmer zu übermitteln. Zahlreiche interne und externe Partner (wie Hessen Mobil, die Polizei, der deutsche Wetterdienst [DWD] oder der Veranstaltungsservice) liefern Informationen über Unfälle, Baustellen und verkehrsrelevante Ereignisse, die ausgewertet und verarbeitet werden. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) liefert über eine Datenschnittstelle wertvolle Informationen zum öffentlichen Verkehr. Viele der dadurch ausgeführten Maßnahmen und konkreten Schaltungen sind das Ergebnis strategischer Konzepte für den Gesamtverkehr in Frankfurt am Main. Einen Überblick über die Verkehrssituation erhält der Operator mit einem Blick auf die große digitale Monitorwand, auf der er sich nach Bedarf eine Übersichtskarte anzeigen lassen kann.

Das Zusammenspiel von Verkehrslage, Verkehrsmeldungen und externen Informationen machen die Verkehrsleitzentrale Frankfurt am Main zur Integrierten Gesamtverkehrsleitzentrale!

Verkehrsinformationen – Technik/Schnittstellen

Verkehrsinformationen – Technik/Schnittstellen

Verkehrsinformationen auf einer freibeschreibbaren Infotafel
Verkehrsinformationen auf einer freibeschreibbaren Infotafel den Verkehrsteilnehmer informieren

Die IGLZ arbeitet nach einem integrativen Ansatz und führt alle verkehrstechnischen Subsysteme auf der Verkehrsmanagementebene zusammen. In der Leitzentrale sind seit ihrem Umzug 2011 über die Bedienoberflächen alle Verkehrssteuerungssysteme, wie z.B.:

  • die Verkehrsrechner zur Steuerung der Lichtsignalanlagen
  • IGLZ-System
  • das Parkleitsystem 
  • die Infotafeln 
  • das Messeleitsystem 
  • das Verkehrsbeeinflussungssystem Commerzbank-Arena
  • sowie eine große Auswahl der Verkehrsbeobachtungskameras

integriert.

Gleichzeitig fließen verschiedenste Informationen aus unterschiedlichen Quellen in der IGLZ zusammen. Diese Informationen gelangen über diverse Schnittstellen z.T. direkt in die zentrale Datenbank des Verkehrsmanagementsystems und ermöglichen eine bessere und umfassendere Einschätzung der jeweiligen Verkehrssituation.

Externe und interne Informationsquellen sind in folgender Liste aufgeführt:

  • bewegte Kamerabilder von eigenen Verkehrskameras im Stadtgebiet (wichtige Kreuzungen);
  • Kamerastandbilder von HessenMobil (Autobahnen/Bundesstraßen);
  • Daten der IGLZ - Verkehrsrechner mit Informationen über Status und Betriebszustand von angeschlossenen Lichtzeichenanlagen (LSA) mit Detektordaten (Zähldaten);
  • (TMC-) Verkehrsmeldungen von HessenMobil (VZH) und von der Landesmeldestelle (Polizei);
  • Verkehrsmeldungen des ÖPNV (VGF);
  • Baustelleninformationen (Abteilung 3 des Straßenverkehrsamtes);
  • Informationen über Veranstaltungen (diverse Veranstalter und Ordnungsamt)
  • Demonstrationsanmeldungen (Ordnungsamt);
  • Wetterdaten von mehreren Messstellen im Stadtgebiet inkl. Straßenwettervorhersage und Unwetterwarnmeldungen (DWD);
  • Belegungszahlen der Parkhäuser, die an das Parkleitsystem (PLS) angeschlossen sind.

Die genannten Informationen sind z.T. so in die IGLZ eingebunden, dass diese direkt auf der Bedienoberfläche des Verkehrsmanagementprogrammes (interaktive Karte und Steuerungssoftware) angezeigt werden. Alle erfassten Daten, die direkt in das zentrale Verkehrsmanagementprogramm einfließen, können für eine spätere Auswertung von einer zentralen Datenbank aufgerufen werden. Diese Daten sind z.B. LSA- und Detektordaten, Verkehrsmeldungen von HessenMobil und Polizei, Baustelleninformationen, Wetterdaten und Belegungszahlen der Parkhäuser. Ein Teil der Informationen gelangt über ein zentrales E-Mail-Postfach in die IGLZ und wird ebenfalls weiterverarbeitet.

Die gesammelten Daten müssen bewertet und aufbereitet werden, um über eine Informationsweitergabe zu entscheiden und diese über die Schnittstellen der IGLZ bereit zustellen (Anpassung an diverse Formate mit jeweiligen Besonderheiten).
Hierzu zählt auch die Abschätzung der Auswirkung auf den Verkehrsablauf in und um das Stadtgebiet. Diese Auswirkungen sind abhängig von dem Zeitpunkt/Dauer, der Örtlichkeit/Lage, der Größe (Teilsperrung, Vollsperrung) und den Wechselwirkungen mit anderen und eventuell schon vorhandenen Gegebenheiten. Die Verkehrsmanagementsoftware verfügt zusätzlich über eine Prognosefunktion zu den Belegungszahlen der Parkhäuser.

 

 

 

Veranstaltungsmanagement

Veranstaltungsmanagement

Public Viewing Commerzbank-Arena
Bild Public Viewing in der Commerzbank-Arena

Die Abteilung Verkehrsmanagement des Straßenverkehrsamtes Frankfurt am Main ist ein seit vielen Jahren erfahrenes Team in den Bereichen Verkehrs- und Veranstaltungsmanagement. Das Leistungsportfolio reicht von der verkehrlichen Vorbereitung und Abwicklung diverser kleinerer Veranstaltungen bis hin zu 200 Großveranstaltungen im Jahr, wie dem jährlich stattfindenden Triathlon IRONMAN oder einmaligen Events wie der Fußballweltmeisterschaft 2006 und 2011. Das Ziel ist immer identisch: eine störungsfreie Verkehrsabwicklung des An- und Abreiseverkehrs mit gut informierten und zufriedenen Besuchergruppen.

Um diesem Anspruch bei jeder Veranstaltung gerecht zu werden, sind im Vorfeld weitreichende Planungs- und Abstimmungsprozesse notwendig. Als Planungsgrundlagen dienen Informationen des Veranstalters oder Betreibers wie zu Zeitpunkt, Dauer, Ort und Art der Veranstaltung, zu Zutrittsmodalitäten, Sicherheitsaspekten und zu erwartenden Besucherzahlen. Darauf aufbauend wird ein umfangreiches Verkehrskonzept mit detailliertem An- und Abreisekonzept erarbeitet, welches die zu ergreifenden Maßnahmen, die zu veranlassenden Anordnungen und Genehmigungen, wie auch die konkreten Handlungsabläufe beinhaltet. 

Die Abstimmungen mit dem Veranstalter und den anderen beteiligten Akteuren (wie z.B. der Polizei oder dem Sicherheitsdienst) finden je nach Größe der Veranstaltung im Vorfeld, begleitend und nachbereitend statt. Bei wiederkehrenden Veranstaltungen haben sich bereits in den vorausgehenden Veranstaltungen Maßnahmen und Handlungsabläufe bestätigt und konnten in Handlungsempfehlungen, Leitfäden und Handbücher überführt werden. Diese erfahren in jedem Jahr eine ausführliche Überprüfung und werden dann entsprechend verifiziert und qualitätsgesichert.  

Neben einer fundierten Vorbereitung spielen aber auch die Erfahrungswerte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Denn bei sicherheitsrelevanten und situationsabhängigen Fragestellungen muss sich der Verantwortliche unter Umständen innerhalb kürzester Zeit für die geeigneten Maßnahmen entscheiden. Die verkehrliche Abwicklung erfordert dann wiederum eine gut funktionierende Ablauforganisation. Ist beispielsweise eine neue Maßnahme mit den Beteiligten abgestimmt werden die entsprechenden Schritte eingeleitet. Dass dabei auf bewährte Kooperationen und Partnerschaften zurückgegriffen werden kann ist eine notwendige Voraussetzung. 

Insgesamt 200 Großveranstaltungen begleitet das Verkehrsmanagement jährlich. Neben den Veranstaltungen in der Arena sind die Messe und die Innenstadt die großen Anziehungspunkte. Ob beispielsweise zur Internationalen Automobilausstellung oder zur J.P. Morgan Corporate Challenge, eine der größten Laufveranstaltung der Welt: Immer dann, wenn viele Menschen zeitgleich an einen Ort wollen, ergeben sich besondere Aufgaben. Zu den übergeordneten, strategisch ausgerichteten Verkehrsmaßnahmen gesellen sich dann Absperrpläne, Verkehrswegeempfehlungen und Bewohnerinformationen.